Audio Note IO 1

audionote IO I MC Tonabnehmer System Cartridge
Audio Note IO 1

Audio Note IO 1

 

Um eine möglichst große Linearität des durch die mechanische Bewegung der Nadel generierten elektrischen Signals zu gewährleisten, hat sich Audio Note beim Design des Audio Note IO 1 für das

Moving-Coil-Prinzip (MC) entschieden. In diesem Bereich ist das MC-System allen übrigen Systemvarianten überlegen.

 

Audio Note untersuchte Moving-Magnet (MM), Moving-Iron (MI), Strain Gauge, Elektret und elektrostatische Generatoren. Ja man erwarb sogar ein Toshiba-System, welches LEDs nutzt um das Signal von der Schallplatte zu wandeln, um auch diesem Prinzip auf den Grund zu gehen. Letztendlich gelangte Audio Note aber zu der Überzeugung, dass das von P. G. A. H. Voigt beschriebenen Moving-Coil-System über alle Bereiche gesehen das beste Gesamtergebnis liefert.

 

Oberste Priorität muss bei der Entwicklung eines Tonabnehmer darauf gelegt werden, dass die auf der Schallplatte gespeicherten Informationen durch die mechanische Bewegung der Nadel absolut präzise in ein elektrisches Signal überführt werden. Daher ist jegliche Fremderregung der Nadel, die durch Vibrationen im Systemgehäuse entstehen könnte, unbedingt zu vermeiden.

 

Aus dem v. g. Grund wurde bei der Konstruktion des Audio Note IO 1 Tonabnehmers der Steifigkeit und strukturellen Integrität des Systemgehäuses große Aufmerksamkeit geschenkt und darauf geachtet, dass die verwendete mechanische Konstruktion nur ein absolutes Minimum an Resonanzenergie speichert, weil ansonsten das erzeugte elektrische Signal nicht mehr den ursprünglich auf der Schallplatte vorhandenen Informationen entspräche.

 

Die mechanische Integrität des Systemgehäuses ist ein Konstruktionsaspekt, der vorher nie angemessen betrachtet wurde. Infolgedessen leiden praktisch alle anderen Systeme stark unter Klangverfärbungen, die durch interne Resonanzen und / oder die in ihren Systemkörpern gespeicherte Energie verursacht werden.

 

Um das unglaubliche Maß an mechanischer Integrität zu erreichen, das für das Audio Note IO 1 System erforderlich ist, wurden alle Aspekte des Systemgehäuse-Designs erneut untersucht, um stehende Wellen zu minimieren und eventuelle Hohlräume, die Resonanzen begünstigen könnten, in der Baugruppe zu beseitigen. Aber die Vorteile einer mechanisch korrekten Konstruktion würden verloren gehen, wenn der Tonabnehmer nicht den best möglichen Kontakt zum Tonarm herstellen könnte. Daher stellt das Audio Note IO 1 eine möglichst große Montagefläche auf der Systemoberseite bereit und ermöglicht es, den Tonabnehmer mit bis zu sechs (6!) Schrauben am Headshell des Tonarms zu fixieren.

 

Nachdem der mechanische Teil des Systems perfektioniert worden war, schenkte Audio Note bei der Konstruktion des IO 1 als nächstem Bereich, dem einzusetzenden Magneten besondere Aufmerksamkeit.

 

Aus zahlreichen Tests, die mit einer Vielzahl von Materialien und Konfigurationen durchgeführt wurden, stellte Audio Note fest, dass verschiedene Arten von magnetischen Materialien einen subtilen Einfluss auf die wahrgenommene Qualität des Klangs haben.

Nach weiteren umfangreichen Untersuchungen wurde festgestellt, dass der optimale Magnetkreis elektromagnetisch erzeugt wird. Dies erfordert jedoch eine separate Gleichstromversorgung und ist in der Implementierung sehr kostspielig. Dies ist genau das Konstruktionsprinzip, welches Audio Note in seinem Top Moving-Coil-System - dem IO Limited - implementiert hat und damit ein beispielloses Klangniveau erreicht.

Im Falle des Audio Note IO 1 hat sich Audio Note jedoch für das zweitbeste magnetische Material - AlNiCo - entschieden.

 

 

Aufgrund der niedrigen Impedanz und der sehr geringen Ausgangsspannung des Audio Note IO 1 ist es wichtig, dass die Anzahl elektrischer Verbindungen entlang des verwendeten Spulendrahtes minimiert ist und dass der verwendete Draht selbst von höchstmöglicher Qualität ist. Es überrascht daher nicht, dass sich Audio Note für den speziell angefertigten Audio Note (UK) -Draht aus 99,99% reinem Silber entschieden hat. Dieser Spulendraht erstreckt sich von der Spule bis hin zu den Ausgangsanschlüssen und vermeidet so unnötige Verbindungen.

 

Ein großer Teil der Klangqualität eines Tonabnehmers hängt auch von dem für den Nadelträger verwendeten Material ab. Auch hier hat Audio Note viele Materialien eingehend untersucht: Bor, Beryllium, Saphir, Diamant und Titan. Aufgrund von Defiziten in einem oder mehreren Bereichen, wurden alle Materialien außer Titan letztendlich verworfen.

Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die Kombination aus Nadelträger und Nadel so steif wie möglich ist. Nur so kann die Rillenauslenkung der Nadel genau auf die Spulen übertragen werden, ohne dass das von der Schallplatte abgetastete Signal durch unerwünschte Vibrationen oder Verwindungen des Nadelträger selbst verfälscht wird.

 

Konkret hat sich Audio Note beim Nadelträger des IO 1 für ein extra dickwandiges, leicht verjüngtes Titanrohr entschieden, wobei die Verjüngung sowohl außen als auch innen vorhanden ist, da dies bei weitem die größte Steifigkeit bietet. Ein weiterer Vorteil dieser Art von Material war die Möglichkeit, einen längeren Nadelträger einzusetzen, wodurch die Nadelträgerauslenkungen stark reduziert werden. Dies hat drei Hauptvorteile:

  1. Es erleichtert dem Nadelträger, komplexen, stark modulierten Rillen zu folgen
  2. Die resultierende kleinere Spulenbewegung verringert die Nichtlinearität des Magnetfelds, sodass sich das Feld weniger "biegt"
  3. Die Dämpfung kann verringert werden, da die Nadelträgerbewegung einfacher zu kontrollieren ist

Auch die Dämpfung des Nadelträgers muss als äußerst kritischer Bereich betrachtet werden. Zu viel davon und der Tonabnehmer klingt langweilig. Dies kommt daher, das ein großer Teil der kritischen Energie aus der Schallplatte im Dämpfer absorbiert wird, anstatt die Spulen zu erreichen, wodurch die Effizienz der Energieübertragung von der Schallplatte (als Vibrationsenergie) auf den Tonabnehmer verringert wird (als elektrische Energie).

Umgekehrt neigt der Nadelträger durch zu geringe Dämpfung zu unkontrollierten Auslenkungen, was zu unerwünschten Verzerrungen und einem schlechten Abtastverhalten führt.

 

Viele Versuche führten Audio Note letztendlich zu einem speziellen Butylkautschuk-Dämpfer, der einen weiten Betriebstemperaturbereich ermöglicht und minimale Hystereseeffekte bietet. Außerdem ist die Spannung am Dämpfer einstellbar, so dass die Nachgiebigkeit jedes Audio Note IO 1 Tonabnehmers sehr genau individuell eingestellt werden kann.

 

Schließlich wird der Zusammenbau des Audio Note IO 1 mit einer massiven Diamantennadel  abgeschlossen. Auch hierbei hat Audio Note wieder einen extremen Aufwand betrieben, um die bestmögliche Lösung für die Anforderung - die kritischste Schnittstelle zum „Vinyl“ - zu finden. Nachdem Audio Note letztendlich mit den Angeboten der verschiedenen Nadelhersteller auf der ganzen Welt nicht zufrieden war, beauftragten sie 1995 ein Unternehmen mit der Entwicklung eines Verfahrens, mit dem es einen perfekten achteckigen Diamanten schneiden und polieren konnte, der das Niveau der besten chirurgischen Instrumente - wie sie beispielsweise für Augenoperationen oder ähnlich feine chirurgische Eingriffe verwendet werden - erreicht. Diese Diamantennadel, war weniger als halb so groß wie die nächstgrößere, zu diesem Zeitpunkt fertig zu beschaffende Diamantennadel. Bis heute ist Audio Note kein anderer Tonabnehmer des Weltmarktes bekannt, auf dem eine bessere Nadel verwendet wird.

 

Die Verbesserungen der im Audio Note IO 1 verwendeten Nadel gegenüber den Standarddiamanten, die in anderen Tonabnehmern verwendet werden, können zusammengefasst wie folgt beschrieben werden:

  • besseres Abtastvermögen bei höheren Frequenzen
  • geringere Abtastgeräusche
  • geringerer Schallplattenverschleiß
  • längere Lebensdauer des Diamanten
  • geringere Nadelmasse
  • geringere Auflagekraft

 

Die Nadel wird zuerst in den Nadelträger „eingeklemmt“ und dann mit einem Einkomponenten Epoxidharz verklebt, der zum Aushärten etwa drei Stunden lang „gebacken“ werden muss.

 

 

Nach dem Zusammenbau wird jeder Audio Note IO 1 einer Reihe von Tests unterzogen, von denen einer einen schnellen dynamischen Frequenzdurchlauf mit hoher Amplitude beinhaltet. Diese Methode zeigt mögliche unerwünschte Probleme im Tonabnehmer sofort auf. Für diesen Prozess mussten spezielle Testgeräte und Testaufzeichnungen entwickelt werden, die ausschließlich Audio Note (UK) vorbehalten sind.

 

Wir haben den Audio Note IO 1 Tonabnehmer auf einem Audio Note Arm Three / II und einem Audio Note TT-Three Plattenspieler montiert. Beim ersten Hören dieser Kombination gab es auf unserer Seite nur noch sprachloses Staunen über die Darbietung. Das Audio Note IO 1 spielt so unterschiedlich im Vergleich zu allen anderen Systemen die wir kennen, dass einen die Darbietung im ersten Moment - übertrieben gesagt - zuerst fast irritiert. Dann merkt man, wie verfärbt andere Systeme im Vergleich zum Audio Note IO 1 spielen. Hier macht sich der von Audio Note betriebene Aufwand wirklich extrem bemerkbar. Keinerlei unerwünschte Resonanzen überlagern die von der Schallplatte abgetasteten Signale. Dies ermöglicht den ungehinderten Zugang zum inneren Kern der Musik. Das IO 1 ist in der Lage, die natürliche Klangfarbe von Instrumenten absolut korrekt wiederzugeben und setzt so beim Zuhörer Emotionen frei, die einfach überwältigend schön sind. Um dieses Ergebnis zu erzielen ist aber ein sehr guter Step-Up-Übertrager absolute Voraussetzung. Wir empfehlen hier mindestens zum Audio Note AN-S2 oder besser zum Audio Note AN-S4 zu greifen. Diese Investition in den Klang macht sich absolut bezahlt.

 

Vereinbaren Sie einen Hörtermin in unserem Wohnraumstudio und lassen Sie sich von diesem einzigartigen Tonabnehmer verführen. Bringen Sie gerne Ihre eigenen Schallplatten mit, damit Sie Ihre Lieblingsstücke mit dem Audio Note IO 1 genießen können.

 

Vorsichtshalber weisen wir darauf hin, dass alle Audio Note Tonabnehmer der IO Familie mit extremem Aufwand von Hand hergestellt werden. Damit Audio Note dem eigenen Qualitätsanspruch gerecht werden kann, können diese kleinen Preziosen nur in fast homöopathischen Stückzahlen entstehen, so dass wir bei der Bestellung im Hinblick auf die Lieferung um etwas Geduld bitten. Das Ergebnis ist die Wartezeit aber auf jeden Fall mehr als wert und denken Sie daran, dass Vorfreude ja bekanntlich die schönste Freude sein kann. ;-)

 

Technische Daten

Ausgangsspannung: 0,04 mV/5cm/sek

Interne Impedanz: 1 Ohm

Passende Abschlussimpedanz: 3 - 4 Ohm

Frequenzbereich: 10 Hz - 50 KHz, +/- 2 dB (dynamischer Test)

Kanaltrennung: > 30 dB bei 1 KHz

Compliance: 5 - 10 µm/mN (horizontal); 5 - 10 µm/mN (vertikal)

Gewicht: 11 g

Auflagekraftbereich: 2- 3 g (optimal: 2,5 g)

Nadelträger: Titan

Nadeltyp: AN Type 2 Diamant

Erhältliche Gehäusefarben: blau oder rot